Unternehmen, welche Produkte über Online-Kanäle vertreiben, steuern kein einzelnes Vertriebssystem mehr, sondern ein dynamisches Ökosystem aus Online-Marktplätzen, spezialisierten Third Party eRetailer (Pure-Player) und eigenen Direct-to-Consumer (D2C) Direkt-Vertriebskanälen. Die Festlegung der kanalbezogenen Prioritäten und Strategien zählt zu den strategisch bedeutendsten Entscheidungen im Commerce und prägt die Leistungsfähigkeit des gesamten Vertriebsmodells. Unzureichend konfigurierte Kanalarchitekturen erzeugen sowohl im B2B- als auch im B2C-Kontext eine zu geringe Umsatzpotentialausbeute, Kannibalisierung, Margendruck und Kontrollverlust.

Kontext & Relevanz

Der globale E-Commerce-Markt hat sich strukturell ausdifferenziert. Online-Marktplätze generieren in vielen Kategorien den überwiegenden Anteil des Online-Umsatzes, während D2C-Kanäle an strategischer Bedeutung gewinnen und B2B-Beschaffung zunehmend über Online-Plattformen abläuft. Gleichzeitig wächst die Steuerungskomplexität, wobei Kanalkonflikte, inkonsistente Preislogiken und fragmentierte Fulfillment-Strukturen die operative Beherrschbarkeit gefährden. Zusätzlich fordern moderne Commerce Architekturen wie Headless-Commerce-Architekturen und Quick-Commerce-Anforderungen klassische Distributionsmodelle strukturell heraus. Für Hersteller und Anbieter aus B2B und B2C ist die Kanalarchitektur damit keine operative Detailfrage mehr, sondern eine strategische Kernentscheidung. Für PE-Investoren ist sie darüber hinaus ein belastbarer Indikator für die Skalierbarkeit und Resilienz eines Geschäftsmodells.

Unser Ansatz

Jeder der vier zentralen Kanaltypen folgt einer eigenen Marktlogik, bedient unterschiedliche Kundensegmente und erfordert ein kanalspezifisches Steuerungsmodell (Abbildung 1: E-Commerce-Kanalarchitektur – Hersteller/Anbieter zu Endkunde B2B/B2C). Eine generische Mehrkanalstrategie greift dabei zu kurz, denn jeder Kanal benötigt eine dedizierte Strategie:

1. Online-Marktplätze bilden für B2B- und B2C-Anbieter den umsatzstärksten digitalen Kanal. Ihre Performance entsteht durch algorithmische Steuerung, die Sichtbarkeit, Conversion und Buy Box Anteile bestimmt. Im B2C dominieren Amazon, OTTO und Zalando, im B2B setzen sich Amazon Business und spezialisierte Beschaffungsplattformen durch. Zentrale Hebel sind ein präzises Advertising Setup, eine wirtschaftlich optimierte Seller Economics Logik, eine klare Buy Box Strategie und die Sicherung relevanter Category Entry Points.

2. Third-Party eRetailer schaffen zusätzliche Reichweite, wenn Marktplätze die Kategorietiefe nicht vollständig abdecken. Im B2C-Umfeld bündeln Category-Retailer und Pure Player durch kuratorische Sortimentslogik spezifische Zielgruppen. Im B2B-Segment übernehmen digitale Fachhändler diese Rolle. Die Zusammenarbeit erfordert strukturierte Partnersteuerung über Joint Business Planning, konsistente Content-Syndication und eine kanalübergreifende Pricing-Harmonisierung.

3. Procurement-Plattformen sind reine B2B-Kanäle, wobei vor allem Systeme wie SAP Ariba, Coupa oder Jaggaer in vielen Konzernen die zentrale Einkaufsinfrastruktur bilden. Lieferanten verlieren Ausschreibungen daher häufig nicht aufgrund des Preises, sondern wegen fehlender technischer Integration. Eine saubere OCI-Anbindung, ein professionelles Katalogmanagement und eine digitale Lieferantenqualifizierung sind deshalb Grundvoraussetzungen für wettbewerbsfähigen B2B E-Commerce.

4. Direct Sales und Affiliates sind der einzige Kanal, über den Hersteller vollständige Kontrolle über Kundenerlebnis, Preisgestaltung und Datenstrategie behalten. Im B2C-Kontext bauen D2C-Webshops und Affiliate-Netzwerke First-Party-Daten als strategisches Asset auf. Im B2B-Umfeld ermöglicht ein eigenes Kundenportal die Steuerung von Rahmenverträgen und individuellen Preislogiken. Der Direktkanal bildet damit sowohl vertrieblich als auch datentechnisch den strategisch stärksten Kanal im Portfolio.

Abbildung 1: E-Commerce-Kanalarchitektur – Hersteller/Anbieter zu Endkunde B2B/B2C // 1 = Nicht automatisierte Auftragsabwicklung (NAOP)  |  2 = Automatisierte Auftragsabwicklung (AOP)  |  3 = Nur im B2B-Geschäft

Ausgangspunkt der Beratungsleistung von FOSTEC & Company ist ein strukturierter Kanal-Audit, der bestehende Distributionsmodelle auf Konfliktpotenziale, Margenlecks und Skalierungsbarrieren untersucht. Darauf aufbauend wird ein kanalübergreifendes Steuerungsmodell entwickelt, das klare Priorisierungen, konsistente Preislogiken und eine belastbare Fulfillment-Architektur verbindet – modular erweiterbar, ohne bestehende Systeme zu destabilisieren.

Ergebnisse und Wirkung

Mandanten erhalten einen Channel Architecture Blueprint, der operative Klarheit schafft und die Priorisierung der Kanäle eindeutig festlegt. Während ein Kanal-Audit bestehende Distributionsmodelle untersucht, definiert ein kanalübergreifendes Steuerungsmodell, wie jeder Kanal koordiniert wird, welche Preis- und Fulfillment Logik gilt und wie sich Konflikte zwischen Direktvertrieb und Plattformgeschäft strukturell lösen lassen. Die Module lassen sich einzeln einsetzen und schrittweise ausbauen, sodass die Architektur skalierbar bleibt. Das Ergebnis ist eine umsetzungsreife Distributionsstrategie, die für B2B und B2C präzise kalibriert ist und die Margentransparenz je Kanal erhöht, Channel Conflicts reduziert und die Agilität bei der Erschließung neuer Distributionswege steigert.

Einordnung im Leistungsportfolio

Die Channel Strategy & Distribution Architecture ist Teil des übergreifenden Commerce & Growth Strategy Leistungsportfolios von FOSTEC & Company. Dieses umfasst Leistungen von unterschiedlichem Umfang und Fokus entlang der gesamten Commerce-Wertschöpfungskette:

Lassen Sie uns in einem Erstgespräch bewerten, welche Kanalarchitektur für Ihr Unternehmen das höchste Wertschöpfungspotenzial bietet – datenbasiert, pragmatisch und mit klarer Handlungsempfehlung.

Ihr Ansprechpartner

Markus Fost, MBA, ist Experte für E-Commerce, Online Geschäftsmodelle und Digitale Transformation mit einer breiten Erfahrung in den Feldern Strategie, Organisation, Corporate Finance und der operativen Restrukturierung.

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Markus Fost

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